VERERBUNGSLEHRE VON TIER, MENSCH U. BIENE VEREINFACHT DARGESTELLT !

Bei Menschen und anderen Säugetieren besteht die Körperzelle aus einem doppelten (diploiden) Chromosomensatz.

Die Geschlechtszellen sind haploid, bei Eizelle u. Spermienzelle halbiert sich der Chromosomensatz  zu 50/50. Kommt es zur Befruchtung einer weiblichen (haploiden) Zelle mit einem Spermium (ebenfalls haploid), verschmelzen sie zu einer Einheit. Durch die Geschlechtschromosomen x und y entscheidet sich, ob daraus eine Tochter oder ein Sohn entsteht, die Erbanlagen 50% vom Vater und 50% von der Mutter in sich tragen. Statistisch gesehen hat ein Kind je die Hälfte des doppelten Chromosomensatzes der Eltern und ist daher zu je 50% mit Vater und Mutter verwandt, genauso bei Vollgeschwistern.

Bei der Honigbiene sieht diese Situation ganz anders aus. Die Königin u. Arbeiterinnen besitzen je 2 x 16 Chromosomen, einen vom Vater und einen von der Mutter und sind dadurch diploid. Nur die Drohnen die aus einem unbefruchteten Ei schlüpfen - sind haploid - aber für das Geschlecht der Drohnen ist nicht direkt verantwortlich, ob das Ei befruchtet wurde oder nicht, sondern ob nur ein Chromosomensatz am Sex-Locus vorhanden ist. Eine leistungsgeprüfte Königin gibt über die Drohnen, ihrer Töchter das 100 %ige Erbmaterial von ihr weiter. Vater und Tochter (Arbeiterinnen) sind zu 100% verwandt, sind aber kein Klon denn es kommen ja noch 50 % der Mutter hinzu. Durch diese Gegebenheit sind Arbeiterinnen zu 75 % untereinander verwandt, dies wird in der Biologie als „Superschwestern“ bezeichnet. Mit ihren männlichen Geschwistern (Drohnen) sind sie zu 25 % verwandt. Durch diese genetische Besonderheit  ist es enorm wichtig, die Drohnengroßmutter genau zu kennen, um über ihr die gewünschten Eigenschaften zu erreichen. Für die Begattung einer Königin benötigt man ca. 8-15 Drohnen, aber die 6 – 8 fache Menge an Drohnen müssen auf einer guten Belegstelle zur Verfügung stehen, um eine nahe, vollwertige und schnellstmögliche Begattung zu erreichen. Eine solche Dichte an Drohnen wird nur durch eine ausreichende Zahl an Drohnenvölkern erreicht, da die Aufzucht an Drohnen im Bienenvolk begrenzt ist.

Drohnen benötigen nicht nur eine längere Entwicklungszeit, sie sind auch sehr empfindlich gegenüber Temperatur und Varroaschäden. Gerade im späteren Jahresverlauf zeigt sich die Qualität einer Belegstelle, denn die Varroamilbe selektiert zusätzlich Drohnen - was durchaus erwünscht ist - da nur noch die vitalsten Drohnen von Völkern zum Einsatz kommen, welche den Varroaanstieg in Schach halten. Um in Zukunft einen Schritt weiter in die einzig richtige Richtung, Vitalität und Varroatoleranz zu kommen, brauchen wir Züchter die nach neuen, wissenschaftlichen, überprüfbaren und modernen Zuchtmethoden selektieren. Diese hervorragende selektive Arbeit der Züchter, vererben dann wieder die ausgesuchten Drohnenvölker auf einer Belegstelle.